Archiv der Kategorie: WOR(L)DS-Projekt

projekt-„verfügungsgewalt“

2015,

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich Goethe und Schiller im Original lesen und nicht nur Marek Grechuta, aber auch Herbert Grönemayer-Songs verstehen kann. Erst nach vielen Jahren habe ich das Buch von Wladyslaw St. Reymont „Ziemia Obiecana“ (Das gelobte Land) als sprachliche Einheit (deutsch und polnisch) begreifen können.                                                                                                                                                                                                                        Seit etwa 5 Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit einem deutschen Wort, oder vielmehr einem Begriff                                                                                                                                                 VERFÜGUNGSGEWALT

VERFÜGUNGSGEWALT als stumpfe Drohung?

und….man im Guten und Bösen  dem Wirklichen die Treue halten muß….

Hannah Arendt

_Gewalt ist lesbar  _  Violence is readable                                                                                                    _Fehler werden nicht korrigiert  _  Errors are not corrected


Fach-  und Umgangssprache

2017,

Betrifft:  Gestaltung

Ein österreichisches Sprichwort lautet: „Das Gemeinsame was uns trennt, ist unsere Sprache.“

Das „Trennen“ interessiert mich besonders aufgrund der Unterschiede zwischen Fach- und Umgangssprache. Die Umgangssprache kann im Dienste der allgemeinen Sprachentwicklung sehr kreativ sein. Im Gegensatz zur Umgangssprache, darf die Fachsprache nicht die menschliche native Kreativität zulassen. Die Begriffe der Fachsprache sind präzise und eindeutig einem Fach zugeordnet. Der Unterschied zwischen Professionalität  und  Dilettantismus in der Fachsprachennutzung ist, dass man das erforderliche Wissen richtig einsetzen muss, so dass man den Kontext versteht und die Zusammenhänge fachkompetent interpretiert. Dafür gelten professionelle Richtlinien. Die umgangssprachliche Deutung von Fachbegriffen geht nicht selten an der fachlichen Bedeutung vorbei. Das betrifft z. B. den Begriff der GESTALTUNG, der in der Umgangssprache unbeholfen als „gehobener“ Ausdruck für „dekorieren“ benutzt und verstanden wird.

Die GESTALTUNG des Objekts ist ausschließlich eine Formgebung bei der vollständigen          Wahrung seiner Funktion.

Wenn ein Richter solch einen Fachbegriff in einem in Fachsprache verfassten Vertrag in Umgangssprache übersetzt, handelt er offensichtlich unprofessionell.

Er handelt zwar im Namen des Volkes, dann stellt sich aber die Frage:   welches Volkes?